Impressionismus

Der Impressionismus entstand zwischen 1860 und 1870 in Frankreich. Er beruhte auf einer grundlegend neuen Konzeption und beeinflusste die Kunst des 20. Jahrhunderts bis an die Schwelle zur Gegenwart.

Schein oder Sein?

Die Impressionisten forschten nicht nach einem Seinsgrund, sondern wollten den schönen Schein wiedergeben, indem sie einen einzigen Augenblick darzustellen versuchten. Diese Kunst ist ausschließlich diesseitig, sie hat keinen transzendentalen Bezug. Sie ist sogleich der Höhepunkt als auch der Abschluss der illusionistischen Kunst, als auch die Basis der Moderne. Als erste Stilrichtung wird im Impressionismus die Wahrnehmung von Realität reflektiert; die Veränderungen von Tageszeiten und Standorten werden aufgenommen und thematisiert.

Befreiung

Die Befreiung von Farbe und Form steht im Mittelpunkt. Man stößt vor an die Grenzen der Formen bis hin zur Gegenstandlosigkeit. Beim Malen werden Farben meist nur lose auf der Palette vermischt und in groben Strichen und Flecken aufgetragen. Diese Technik erlaubte eine nie da gewesene Schnelligkeit. Bei dem Betrachter spielen sich vollkommen neue Verhaltensweisen ab. Die Farbtupfer werden auf der Grundlage von Wissen und Seherfahrung aneinandergereiht und im Sinn zu einem Bild zusammengesetzt.

Bedeutung der Ausführung

Der Impressionismus ist die Geburtsstunde der subjektiven Kunst. Die Bedeutung eines Bildes wird von der Ausführung, nicht vom Inhalt geprägt. Er wurde zu einer Lebenseinstellung und fand sich auch in der Musik (Debussy), in der Dichtung (Proust) und in der Philosophie (Nietzsche) wieder. Die Kunst wurde verweltlicht. Sie wurde zu einem Ergebnis des spontanen Erlebens und nicht des systematischen Forschens. Jeder konnte diese Erfahrungen machen.